vor 17 Stunden
TVB Stuttgart bleibt fast zehn Minuten ohne Tor
Der TVB Stuttgart verpasst einen Punktgewinn im Abstiegskampf. In einem von den Abwehrreihen beherrschten Spiel ist die erste Hälfte sehr ausgeglichen. Nach der Pause setzt sich der TBV Lemgo Lippe aber ab und siegt nicht zuletzt dank einer Phase von zehn Minuten ohne Gegentor.
Endlich mal nicht mehr als 35 Buden kassieren: Das war das große Ziel für den TVB Stuttgart im Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe. Die Abwehr sollte im so wichtigen Duell endlich an Stabilität gewinnen, um den Abstand zu den Abstiegsrängen wieder größer werden zu lassen.
Diese Aufgabe hatte sich vor allem Miljan Vujovic zu Herzen genommen. Zwar konnte er den ersten Wurf von Jarnes Faust noch nicht parieren, dann war er jedoch gegen Samuel Zehnder und Leos Petrovsky zur Stelle. Seine Vorderleute konnten nach zwei technischen Fehler dann im dritten Angriff endlich jubeln, Lenny Rubin netzte zum 1:1 (4.). Doch die ersten Minuten waren von der Deckungsarbeit bestimmt. Tore mussten hart erarbeitet werden.
In der neunten Minute gab es dann eine Schrecksekunde für die Hausherren. Während Rubin das 3:3 erzielte, rollte sich Torben Matzken vor Schmerz auf der Platte. Er war bei einem Einlaufen umgeknickt. Gestützt humpelte er vom Feld und musste behandelt werden - in der verbleibenden Spielzeit saß er mit dickem Eisbeutel auf der Bank. In seiner Abwesenheit übernahm Kai Häfner die Regie, diesmal verfehlte Rubin allerdings sein Ziel.
Derweil packte der TBV angesichts der Abwesenheit von Jan Brosch und Jan Simak erstmals den vierten Rückraumspieler aus. Niels Versteijnen, Tim Suton, Lukas Hutecek und Hendrik Wagner versuchten ihr Glück. So stellte Samuel Zehnder auf 5:4 (14.), die Antwort von Gianfranco Pribetic ließ jedoch nicht lange auf sich warten.
Die Partie nahm nun etwas an Fahrt auf, denn beide Teams fanden offensiv mehr Lösungen und kamen zu einfachen Toren. Nach einem Fehlwurf von Achilleas Toskas sorgte Hendrik Wagner mit dem 9:7 (19.) dann für die erste Zwei-Tore-Führung der Partie. Dieser Vorsprung währte jedoch nicht lange, da die Lemgoer sich zwei Fehlwürfe und ein Stürmerfoul erlaubten. Kai Häfner glich so zum 9:9 (23.) aus, seine Chance auf die erste TVB-Führung konnte aber Constantin Möstl sicher wegfischen.
Nach einer Auszeit von Florian Kehrmann sechseinhalb Minuten vor der Pause musste der TBV-Trainer mitansehen, wie die Hausherren nach einem Fehlwurf von Versteijnen per Konter durch Daniel Fernandez erstmals in Front gingen. Doch dieser Vorsprung hielt nicht lange. Erst glich Hutecek aus und dann bestrafte Möstl den Einsatz des siebten Feldspieler mit einem Wurf ins leere Tor. Suton packte sogar noch einen drauf zum 12:10 (28.).
Fernandez und Rubin, der einen Pass von Hutecek abfing, sorgten jedoch für den Ausgleich. Der Schweizer fing gleich nochmal einen Ball ab und erzielte sein zweites Tempogegenstoß-Tor - und das in Unterzahl, da Gianfranco Pribetic eine Zeitstrafe kassiert hatte. Faust glich vor der Pause immerhin noch aus. Nach einer Auszeit vom TVB vier Sekunden vor Schluss warf Nico Schöttle aus dem Halbfeld aufs gegnerische Tor, doch sein Wurf war leichte Beute für Möstl.
Nach dem Seitenwechsel gelang Häfner dann der dritte Treffer in Unterzahl. Die Gäste holten sich zwar die Führung wieder zurück, doch nach Zeitstrafen gegen Wagner und Faust agierte der TBV in doppelter Unterzahl. Unter größter Bedrängnis hämmerte dann aber Hutecek die Kugel über einen Vier-Mann-Block oben rechts in den Winkel.
Die Partie wurde nun zunehmend fahriger, Patrick Zieker traf immerhin zum 18:16 (38.). Wenig später mussten jedoch Lukas Laube und Pribetic für zwei Minuten auf die Bank. Zehnder netzte nach einigen Fehlwürfen mal wieder, Faust brachte die Lemgoer mit 19:18 (42.) wieder in Front.
Nach 44 Spielminuten rief Kehrmann sein Team zusammen und stellte es neu ein, besonders die Offensive stand im Fokus seiner Ansprache. Suton nahm sich die Worte seines Coaches zu Herzen und setzte sich zweimal unwiderstehlich durch, Lemgo führte dank eines 5:1-Laufs nun mit 21:19 (47.). Faust setzte sogar noch einen drauf und zwang Jürgen Schweikardt zur Timeout.
Doch die Stuttgarter ließen in der Offensive die letzte Präzision vermissen. Entweder scheiterten sie am gut aufgelegten Möstl oder am Torgestänge. Zehn Minuten vor dem Ende nahm Schweikardt daher seine letzte Auszeit und brachte den siebten Feldspieler. Der auf halbrechts spielende Zieker bediente Jorge Serrano mustergültig, doch der Rechtsaußen verfehlte den langen Winkel deutlich.
Lenny Rubin leistete sich den nächsten Fehlwurf, sodass Hutecek mit dem 24:19 (53.) zur gefühlten Vorentscheidung traf. Nach knapp zehn Minuten ohne Torerfolg erlöste Laube schließlich sein Team. Nach der letzten Auszeit von Kehrmann verkürzte Häfner nochmal, doch den Schwaben lief die Zeit davon.
Achilleas Toskas unterlief ein folgenschwerer Fehler, den Zehnder eiskalt zum 25:21 (57.) bestrafte. Laube leistete sich dann noch einen Ballverlust und der TBV-Linksaußen machte endgültig den Deckel drauf. Zwar konnten Schöttle und Häfner sich nochmal in die Torschützenliste eintragen, aber es war nur Ergebniskorrektur.
TVB Stuttgart: Vujovic (7 Paraden), Bellahcene (3 Paraden); K. Häfner (7), Rubin (6), Fernandez (2), Laube (2), Serrano (1), Schöttle (1), Pribetic (1), Toskas (1), Matzken (1), Zieker (1), Bacani, M. Häfner, Lucas Röthlisberger,
TBV Lemgo Lippe: Möstl (12 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Kastelic; Faust (6), Zehnder (5), Suton (5), Hutecek (4), Versteijnen (3), Wagner (1), Petrovsky (1), Theilinger, Schagen, L. Carstensen, Geislers, M. Carstensen
Zuschauer: 4726 (Porsche-Arena, Stuttgart)
Schiedsrichter: Markus Kauth / Andre Kolb
Strafminuten: 8 / 6
smu