23.01.2022, 17:25
Russen retten in letzter Sekunde einen Punkt
In einem unglaublich engen Schlagabtausch haben sich die polnische und die russische Handball-Nationalmannschaft am Sonntagnachmittag mit 29:29 (13:12) getrennt.
Nach den niederschmetternden Niederlagen gegen Norwegen (31:42) und Schweden (18:28) zum Auftakt der Hauptrunde hatten die Polen etwas gutzumachen. Und gegen das klar favorisierte Russland schlug sich die Mannschaft von Trainer Patryk Rombel beachtlich.
Zur Pause führten die in der Hauptrunde bis dato völlig enttäuschenden Polen mit 13:12. Vier Spieler ragten beim deutschen Vorrundengegner heraus und waren hauptverantwortlich dafür, dass den Russen Sekunden vor Schluss die nächste Niederlage drohte. Mateusz Zembrzycki (42 Prozent Fangquote) entschied das Duell der Torhüter mit Victor Kireev (13 Prozent) klar für sich. Zudem glänzten Arkadiusz Moryto (6 Tore/7 Versuche), Michal Daszek (6/6) und Szymon Sicko (8/10), später zum "Man of the Match" gewählt, im Angriff.
In der letzten Spielminute überschlugen sich die Ereignisse: 17 Sekunden vor Schluss beschwerte sich Trainer-Fuchs Velimir Petkovic, bereits in Wetzlar, Göppingen, Eisenach und Berlin an der Seitenlinie, sodass ihn die französischen Schiedsrichterinnen mit einer Roten Karte bedachten. Von der Tribüne musste er mit ansehen, wie Daszek der vermeintliche 29:28-Siegtreffer gelang.
Die Russen bestanden aber auf ihre letzten drei Sekunden, in denen der sprung- und wurfgewaltige Sergei Mark Kosorotov den Ball kurz nach der Mittellinie abfeuerte und tatsächlich ins linke untere Eck jagte. Julie und Charlotte Bonaventura sahen sich die Szene im Videobeweis nochmal an und entschieden auf Tor.
Während Polen seinen ersten Hauptrundenpunkt nicht wirklich feiern konnte, stehen die Russen nun bei 3:3 Punkten. Am Dienstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) ist deren letzter Gegner die deutsche Mannschaft. Polen trifft bereits ab 15.30 Uhr auf Titelverteidiger Spanien. Russland und Polen haben keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale.
Polen: Kornecki, Zembrzycki - Sicko 8, Daszek 6, Moryto 6/3, Dawydzik 2, Krajewski 2, Chrapkowski 1, Czuwara 1, Olejniczak 1, Syprzak 1, Walczak 1
Russland: Grushko, Kireev - Kosorotov 8/1, Zhitnikov 7, Andreev 3, Kornev 3, Ostashchenko 2, Santalov 2, Ermakov 1, A. Kotov 1, Shishkarev 1, Vinogradov 1/1
Schiedsrichter: Charlotte Bonaventura (Frankreich)/Julie Bonaventura (Frankreich)
Zuschauer: 1984
Strafminuten: 10 / 10
Disqualifikation: - / Trainer Petkovic (59.)
msc