vor 19 Stunden
Ungarn halten eine Hälfte gut mit
Der VfL Gummersbach feiert den nächsten Sieg in der European League. Im Rückspiel gegen Tatabanya KC ist die erste Halbzeit jedoch ausgeglichen. Nach der Pause wird es jedoch deutlich.
Eine Woche nach dem klaren 44:29-Erfolg in Ungarn wollte der VfL Gummersbach auch das Rückspiel gegen Tatabanya KC gewinnen. Dafür mussten die Hausherren allerdings auf Teitur Örn Einarsson verzichten. Beide Mannschaften starteten dabei ziemlich nervös in die Partie, klare Aktionen suchte man zunächst vergebens. Ellidi Vidarsson gelang im vierten Angriff des Spiels der erste Treffer (2.), für Sicherheit sorgte es beim VfL jedoch nicht. So konnte Bence Krakovszki (5.) ausgleichen.
Es war jedoch ein kleiner Weckruf für die Gastgeber. Lukas Blohme, Tom Koschek und Vidarsson erhöhten auf 4:1 (7.). Doch zwei Fehlwürfe und ein Ballverlust bestrafte Tatabanya plötzlich eiskalt zum Ausgleich. Gummersbach konnte sich in dieser Phase bei Betram Obling bedanken, dass sie nicht im Rückstand lagen. Mit vier Paraden und einer Quote von 50 Prozent überdeckte er die durchwachsene Deckungsleistung der ersten zehn Minuten.
So entwickelte sich ein Duell, bei dem es hin und her ging. Das Team von Gudjon Valur Sigurdsson druckte offensiv aufs Tempo und erzielte vor allem über die zweite Welle Tor um Tor. Julian Köster stellte nach dem Ausgleich wenige Sekunden später auf 8:7 (14.) für sein Team. Als der Kapitän dann für zwei Minuten auf die Bank musste, konnte Blohme dank der siebten Parade von Obling gar auf 9:7 (17.) erhöhen.
Doch die Ungarn steckten nicht auf, viel mehr brachte Ignacio Plaza Jimenez, der einst für die Füchse Berlin gespielt hat, Tatabanya mit 10:9 (18.) erstmals in Front. Ole Pregler konnte zwar umgehend ausgleichen, aber die Ungarn blieben weiter in Vorlage. Nachdem 12:11 durch den eingewechselten Christian Dissinger (24.) hatte Sigurdsson genug gesehen und nahm seine erste Auszeit. "Es fehlt die Intensität bei uns", bemängelte der VfL-Coach.
Zwar verlor Schluroff im nächsten Angriff den Ball, doch die elfte Parade von Obling nutzte schließlich Kristjan Horzen zum 12:12 (25.). Erst Pregler gelang es beim 14:13 (27.), sein Team wieder in Front zu bringen. In einer packenden Schlussphase mit zwei zweifelhaften Zeitstrafen auf beiden Seiten konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Horzen traf elf Sekunden vor der Pause zum 16:15, Plaza Jimenez konterte allerdings nochmal. Der letzte Wurf von Schluroff verfehlte sein Ziel.
Zu Beginn der zweiten Hälfte agierten die Gummersbacher deutlich konzentrierter. Tilen Kodrin verwandelte einen Siebenmeter und in Überzahl legten Schluroff und Vidarsson nach. Damian Przytula konnte den Lauf zwar kurz unterbrechen, aber der VfL agierte nun entschlossener und packte beherzter zu. Als Vidarsson schließlich auf 22:18 (37.) stellte, nahm Ugalde prompt eine Auszeit.
Wirklich besser wurde es aber nicht. Mathis Häsler und Kodrin ließen die nächsten Torerfolge der Hausherren folgen, Plaza Jimenez gelang schließlich der dritte Gästetreffer in der zweiten Hälfte. Doch die Ungarn konnten den Favoriten nun nur noch wenig entgegensetzen, auch eine zwischenzeitliche 5:1-Deckung brachten das Sigurdsson-Team nicht aus der Ruhe.
Kodrin, Vidarsson und Giorgi Tskhovrebadze sorgten beim 28:20 (45.) für die erste Acht-Tore-Führung der Gummersbacher. Der VfL-Trainer drückte dann nochmal auf den Timeout-Buzzer und gab sein Team noch ein paar Dinge für die Schlussviertelstunde mit. In der Folge scheiterten seine Mannen zwar das ein oder andere Mal an Tatabanya-Keeper Marton Szekely, allerdings konnte sich auch Obling auf der anderen Seite weiter auszeichnen.
Sadou Ntanzi konnte nochmal auf 23:29 (52.) verkürzen, doch wirklich näher kamen die Ungarn nicht mehr. Pregler und Tskhovrebadze stellten mit einem Doppelschlag den alten Abstand wieder her. So plätscherte sich die Partie vor sich hin, ohne dass der Erfolg des VfL nochmal ernsthaft in Gefahr geriet. Den Schlusspunkt aus Gummersbacher Sicht setzte letztlich Kodrin, der alle seine sechs Würfe im gegnerischen Gehäuse unterbrachte.
VfL Gummersbach: Obling (18 Paraden), Kuzmanovic; Vidarsson (7), Kodrin (6/4), Schluroff (4), Blohme (3), Pregler (3), Horzen (3), Köster (2), Tskhovrebadze (2), Koschek (2), Häseler (1), Mahe, Zeman
Tatabanya KC: Szekely (11 Paraden); Plaza Jimenez (6), Pedro Alvarez (5), Przytula (4), Dissinger (3), Krakovszki (3), Ntanzi (2), Topic (2), Maras (1), Enomoto (1), Toniazzo Lemos, Damatrin, Eles, Havran, Golubovic
Zuschauer: 3044 (Schwalbe-Arena, Gummersbach)
Schiedsrichter: Mihai Pirvu / Radu Potirniche (ROU)
Strafminuten: 4 / 8
smu