vor 17 Stunden
Novi Sad hält stark dagegen
Im vorletzten Gruppenspiel hat die MT Melsungen es verpasst, einen Sieg einzufahren. Im Duell mit Vojvodina Novi Sad ist es von Beginn an ein zähes Ringen um Tore. Am Ende rettet ein sehenswertes Tor immerhin noch einen Zähler.
Nach dem klaren 36:29 im Hinspiel hieß es für die MT Melsungen, auch daheim Vojvodina Novi Sad in die Schranken zu weisen, um weiterhin die Chance auf den Gruppensieg zu wahren. Aaron Mensing nahm sich dieses Vorhaben direkt zu Herzen und hämmerte nach 48 Sekunden die Kugel zum ersten Mal ins gegnerische Gehäuse.
Doch das Duell erwies sich in den ersten Halbzeit alles andere als ein Spaziergang, denn die Serben hielten gut mit. Obwohl Branko Predovic früh nach einem Gesichtstreffer gegen Rogeiro Moraes vom Feld musste, stellte Novi Sad eine starke Abwehr. Jovica Nikolic traf zum 2:2 (5.) und nach einer Siebenmeter-Parade von Fran Lucin sorgte Stefan Dodic für die erste Führung.
Die Melsunger Offensive musste weiter hart ackern und konnte kaum Lücken reißen. So konnten Nikolic und Ahmed Hussein auf 6:3 (9.) erhöhen. Dabei machte sich auch bemerkbar, dass die Melsunger Defensive noch nicht funktionierte. Auch Adam Morawski, der den abwesenden Nebojsa Simic vertrat, war bis dato nur ein Statist im MT-Gehäuse.
Diesem Rückstand liefen die Gastgeber weiter hinterher. Als Marti Soler dann beim Stand von 6:8 (16.) für zwei Minuten auf die Bank, drohte der Abstand weiter zu wachsen. Vukasin Vorkapic verwandelte zwar den fälligen Strafwurf, doch Mensing, der eingewechselte Dainis Kristopans und Eric Balenciaga nach einem Ballgewinn erzielten drei Treffer in Unterzahl. Einzig ein Tor von Miha Kavcic ins leere MT-Gehäuse verhinderte den Ausgleich nach 18 Minuten.
Diese Cleverness ließen die Melsunger aber in einer Überzahl vermissen. Mensing warf einmal daneben und der lange Wurf von Jonathan Svensson aufs leere Tor war zu langsam, sodass Lucin die Kugel noch im Sechsmeterkreis retten konnte. Stattdessen erhöhte Milan Jovanovic auf 12:9 (22.). Timo Kastening verkürzte mit zwei Siebenmetertoren aber für sein Team. Nach einem Ballgewinn in Überzahl erzielte Svensson den erlösenden Ausgleich (26.). Diesen konnten die Gastgeber trotz zwischenzeitlicher Auszeit von Roberto Garcia Parrondo aber nicht mit in die Pause nehmen. Predovic erzielte 15 Sekunden vor Schluss das 16:15, Daniel Igantow scheiterte auf der anderen Seite an Lucin, der mit sieben Paraden in die Pause ging.
Doch auch nach dem Seitenwechsel wurde es für die Gastgeber nicht besser. Mensing und Ian Barrufet ließen die ersten zwei Chancen liegen. Dann plötzlich Verwirrung. Die Schiedsrichter zückten nach einem Fußspiel gegen Jovanovic die rote Karte gegen Milutin Lucic. Nach kurzer Zeit korrigierten sie allerdings eine Entscheidung und zeigten ihm lediglich den gelben Karton. Sportlich konnte Nikolaj Enderleit dann auf 16:17 (34.) verkürzen.
Dodic stellte zwar wieder auf Plus-zwei, doch die Partie war nun richtig zäh. Kaum mal fiel ein schnelles Tor, was nicht zuletzt am starken Rückzugsverhalten beider Teams lag. Zu allem Überfluss ließ die MT dann gleich dreimal die Chance auf das 18:18 liegen. Kastening scheiterte vom Strich, Barrufet trat in den Kreis und Enderleit schloss viel zu überhastet ab. So kam es wie es kommen musste: Vorkapic sorgte per Siebenmeter für das 19:17 (41.) für die Gäste. Joao Francisco da Silva fing dann sogar noch einen Pass ab und Hussein zwang mit seinem Tor Garcia Parrondo zur nächsten Auszeit.
Mensing konnte dann zwar auf 18:20 (43.) stellen, doch es blieb weiterhin offensiv nur Stückwerk. Das passte auch zum Hallenboden, wegen dem es in der 46. Minuten zu einer Unterbrechung kam. Nur kurzer Arbeit flog der Ball jedoch schnell wieder. Dort scheiterten die Hausherren aber weiter am gegnerischen Keeper. Lucin gewann das Duell gegen Enderleit und jubelte beim Stand von 21:19 (47.) über seine 14. Parade.
In Unterzahl hämmerte Kristopans die Kugel zwar zum 20:21 in die Maschen, im nächsten Angriff verlor der Hüne jedoch die Pille und Dodic stellte den alten Abstand wieder her. Die Serben taten sich nun aber zunehmend schwerer gegen die dicht gestaffelte MT-Defensive. Das nutzte Balenciaga, um auf 22:22 (51.) zu stellen, Vladan Matic nahm prompt eine Auszeit.
Ein schöner Hüftwurf von Francisco da Silva brachte die Gäste wieder in Front, Mensing konterte umgehend. Nikolic und Kavcic erhöhten dann auf 25:23 (55.), so langsam lief den Gastgebern die Zeit davon. Garcia Parrondo brachte den siebten Feldspieler und nach einem Tor von Moraes kassierte Kavcic eine Zeitstrafe. Allerdings machten es die Melsunger nicht clever genug, Adrian Sipos stellte eine falsche Sperre.
Dann kassierte auch noch Predovic eine Zeitstrafe, sodass die MT mit 6-gegen-4 agierte. Kristopans traf zum 25:25 (58.), warf nach einem Ballgewinn dann aber über das leere Tor des Gegners. Matic drückte im Anschluss nochmal auf den Timeout-Buzzer. Nikolic konnte unter Druck den Ball nicht aufs Tor bringen.
Allerdings machten es auch die Hessen nicht besser. Bei angezeigtem passiven Spiel musste Kristopans werfen, doch Lucin parierte den Wurf. Auf der anderen Seite schmiss Dodic die Kugel sieben Sekunden über die Linie. Garcia Parrondo nahm umgehend die Auszeit. Der Spanier hatte sich richtig was einfallen lassen: Kristopans stieg hoch und spielte den Kempa-Pass auf Mensing, der zum 26:26-Ausgleich traf.
MT Melsungen: Morawski (8 Paraden), Krawczyk; Mensing (6), Kristopans (4), Enderleit (3), Balenciaga (3), Kastening (3/3), Barrufet (3/2), Svensson (2), Sipos (1), Moraes (1), Ignatow, Jönsson, Soler
Vojvodina Novi Sad: Lucin (14 Paraden, davon 1 Siebenmeter), M. Drasko (1 Parade, davon 1 Siebenmeter); Dodic (5), Hussein (5), Vorkapic (3/2), Nikolic (3), Kavcic (3), Jovanovic (3), Francisco da Silva (2), Predovic (2), Milic, Mileta, D. Drasko, Pusica,
Zuschauer: 1717 (Rothenbach-Halle, Kassel)
Schiedsrichter: Georgios Panayides / Marios Andreou (CYP)
Strafminuten: 8 / 10
smu