14.05.2024, 10:28
ESV 1927 Regensburg fällt zurück
HC Leipzig erobert Rang 3 mit Sieg im Topspiel
Den Sonntagnachmittag in Sachsen hatten sich die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg komplett anders vorgestellt: Der HC Leipzig gewann das Spitzenspiel deutlich mit 33:25 (18:11).

"Wir hatten uns viel mehr vorgenommen, haben es aber über das gesamte Spiel nicht geschafft, dies umzusetzen. Der Sieg des HCL ist auch in dieser Höhe verdient. Der Ausfall unserer Torhüterin Stephanie Lukau in der 21. Minute war sehr schmerzlich", so ESV-Coach Bernhard Goldbach.
Nicht vollständig zufrieden war Leipzig-Coach Erik Töpfer. "Wir hatten am Anfang viel zu viele Fehlwürfe, haben aber zunehmend gute Lösungen in Kleingruppen gefunden. Es war die richtige Reaktion der Mannschaft auf eine spezielle Trainingswoche, mit der ich nicht zufrieden war. Unsere Abwehr war heute konstanter, die Abläufe automatisiert. Das Tempospiel mit dem Ball war gut und wirkungsvoll. Mit der Effektivität war ich allerdings nicht zufrieden. Die Chancenverwertung ist ausbaufähig."
Nach fünf unbesiegten Partien in Serie, darunter drei Auswärtserfolge am Stück, hatten sich die Bunkerladies viel vorgenommen und wollten auch das dritte Spiel in Leipzig für sich entscheiden. Das erste Tor der Begegnung durch Lisa Fuchs hätte dann auch die Blaupause sein können, wie der HC zu knacken gewesen wäre. Druckvolles Passspiel, Attackieren über die Halbpositionen und ein konsequenter Abschluss.
Bis zum 5:5 konnten die Oberpfälzerinnen die Partie noch offen gestalten. Dann mixte sich der ESV selbst einen Cocktail aus Fehlpässen und vergebenen Hochkarätern, der Gift für die Siegchancen war. Leipzig stellte inklusive Torhüterin Nele Kurzke aber auch eine starke Abwehr und spielte sich, angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse, in einen Rausch. In der 21. Minute schied dann die gut aufgelegte Torhüterin Stephanie Lukau nach einem Kopftreffer aus. Der Leipziger Wurf von Lara Seidel war allerdings nicht frei, Marleen Kadenbach fing sich eine Zeitstrafe ein.
Die ESV-Spielerinnen versuchten es dann zu sehr mit der Brechstange: Das heiße Herz überhitzte den kühlen Kopf, der in dieser Atmosphäre nötig gewesen wäre. Zwei unvorbereitete Angriffe vor der Pause waren dann symptomatisch: Leipzig erzielte zwei schnelle Treffer zur 18:11-Pausenführung. "Da haben wir einfach undiszipliniert gespielt", ärgerte sich ESV-Trainer Bernhard Goldbach über die Vielzahl an Fehlwürfen und Ballverlusten.
Die Vorsätze für den zweiten Durchgang waren da, die Umsetzung war eine andere Geschichte. Gleich nach Wiederanpfiff ließen die Bunkerladies vom Kreis und Siebenmeterpunkt Großchancen liegen und verpassten die Chance, das Spiel enger zu gestalten. Leipzig zog somit vorentscheidend auf 22:12 davon. Die Partie plätscherte dann so dahin und Leipzig sicherte sich den 33:25-Erfolg.
Positiv aus Sicht der Bunkerladies war die Leistung von Caroline Härtl, die in der Schlussphase in der Deckung eine starke Leistung auf der Halbposition zeigte. Auch Theresa Lettl, die beim Einwerfen ebenfalls einen Kopftreffer einstecken musste, war ein Aktivposten.
"Das war heute überhaupt nicht unser Tag. Mit dieser Anzahl an Ballverlusten und Fehlwürfen kannst Du nicht gewinnen. Auch in der Deckung hatten wir uns das anders vorgenommen", sagte ESV-Trainer Bernhard Goldbach. "Heute haben gleich mehrere Leistungsträgerinnen nicht ihre Normalform erreicht, das konnten wir im Kollektiv nicht kompensieren", sagte der Sportliche Leiter Robert Torunsky.
HC Leipzig - ESV 1927 Regensburg 33:25 (18:11)
HC Leipzig: Garcia Canabate, Kurzke; Seidel 7/2, Granicka 7, Nikolic 5, Theilig 3, Gaubatz 3, Ferber-Rahnhöfer 3, Uhlmann 2, Illge 2, Greschner 1, Gutseel, Hofmann, Eckardt
ESV Regensburg: Arno, Lukau; Hübner 5/1, Lettl 4, F. Peter 4/2, Drachsler 3, Kadenbach 3, Vetter 2, Fuchs 2, Kessler 1, Fuhrmann 1, Goldbach, Schiegerl, Mustafic, Härtl, Brennauer
Zuschauer 425 ( Sporthalle Brüderstaße Leipzig)
Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann
Siebenmeter: 2/4 ; 3/4
Strafminuten: 4/8
chs