01.12.2024, 13:52
"Eine Win-Win-Win-Situation für alle Seiten"
Am Freitag überraschte der HC Erlangen mit einer Torhüter-Rochade: Klemen Ferlin hat den Verein mit sofortiger Wirkung in Richtung Kielce verlassen und der Handball Bundesligist dafür den zuletzt vereinslosen Dario Quenstedt unter Vertrag genommen. Der HCE-Coach erklärt, warum es eine "Win-Win-Win-Situation für alle Seiten" ist.
"Das war sehr kurzfristig", erklärte Martin Schwalb vor der Partie des HC Erlangen gegen Frisch Auf Göppingen gegenüber Dyn die Torhüter-Rochade. "Kielce ist auf der Suche nach einem guten Torhüter und hätten gerne Klemen Ferlin verpflichtet. Das war schon mal vor ein paar Wochen Thema. Das kam jetzt wieder hoch und von daher haben wir ihm das auch ein Stück weit ermöglicht, diesen Schritt zu gehen. Das ist für ihn ja auch eine tolle Geschichte, bei einem Champions-League-Teilnehmer dabei zu sein."
Kielce hatte im Sommer Andreas Wolff zum THW Kiel ziehen lassen und war in der Folge nicht zufrieden mit den Leistungen zwischen den Pfosten. "In den letzten Wochen haben wir die Notwendigkeit gesehen, die Torwartposition zu stärken, die in unserer Sportart von entscheidender Bedeutung ist", erkärte Magdalena Szczukiewicz, Präsidentin von KS Iskra Kielce SA. Die Entscheidung fiel auch aufgrund der internationalen Erfahrung auf Ferlin, der zudem für die Champions League spielberechtigt ist.
Probleme im Tor sah auch der HC Erlangen, der statistisch bei den Torhütern mit lediglich 21,8 Prozent abgewehrter Bälle auf dem vorletzten Platz liegt. "Dies blieb hinter unseren Erwartungen zurück, weshalb wir eine Veränderung als sinnvoll erachteten", so HCE-Geschäftsführer René Selke, der mit Blick auf die über vier Jahre von Klemen Ferlin in Erlangen betonte: "Das ist eine lange Zeit, so dass uns der Abschied nicht leicht gefallen ist, zumal er sich immer als tadelloser Sportsmann präsentiert hat."
"Wir haben als Abwehr schlechte Tage gehabt. Die Torhüter haben schlechte Tage gehabt. Heute haben wir es zusammen hinbekommen", erklärte Christopher Bissel nach dem erfolgreichen Befreiungsschlag des HCE gegen Göppingen auf die Rückfrage nach dem glänzend aufgelegten Khalifa Ghedbane, der im Tor fünfzehn Paraden verbuchte. Der Außen schickte Grüße an Klemen Ferlin. "Das ist auch sein Verdienst. Er war jahrelang da und ich glaube, er freut sich für Khalifa am allermeisten."
"Wir freuen uns natürlich sehr, dass Dario sehr kurzfristig bereit war, uns zu helfen", blickte Martin Schwalb auf den neuen Mann zwischen den Pfosten, der mit 35 Jahren und Einsätzen im deutschen Nationalteam sowie dem Sieg in Meisterschaft, Pokal und Champions League einige Erfahrung von seinen Stationen in Magdeburg, Kiel und Hannover mitbringt.
"Das Angebot aus Kielce bot uns dabei eine passende Gelegenheit, die wir im Sinne des Vereins genutzt haben", erklärte René Selke, der sich vom neuen Mann "keine Wunderdinge", aber vor allem die bislang fehlende Stabilität erhofft. Im ersten Spiel kam Dario Quenstedt nur zu einem Kurzeinsatz, feierte aber mit Ghedbane dessen Paraden und mit der Mannschaft am Ende den Befreiungsschlag in Form von zwei Punkten gegen Göppingen.
"Hoffentlich ist das für alle Seiten ein guter Move", hatte Martin Schwalb vor dem Spiel bei Dyn gehofft. "Ich bin überzeugt, dass uns Dario auf unserem Weg nach oben helfen wird", hatte Selke zuvor beim Wechsel betont und auch Schwalb war sich sicher: "Ich würde mal sagen, eine Win-Win-Win-Situation für alle Seiten und ich freue mich sehr, dass Dario jetzt da ist."
cie